Das Projekt Schubschiff

Die Voraussetzungen für dieses Jugend-Bastelprojekt waren dieses Mal viel besser, da wir in den Vereinsräumen ganz andere Möglichkeiten besaßen.
Entschieden haben wir uns dann für den Bau eines Springer Tug. Die Springer Tugs fahren auf den amerikanischen Flüssen als Schubschiffe und kommen Transport- und Bugsieraufgaben nach.
Es sind recht einfach gehaltene Schiffe und können auch recht einfach nachgebaut werden.
Um die Chancengleichheit zu gewährleisten, haben wir uns entschieden, den eigentlichen Rumpf, die Antriebseinheit und die Akkuleistung zu vereinheitlichen, damit bei Wettkämpfen oder Spielen alle die gleichen Voraussetzungen haben.

Wir machten für unseren Bastelkurs schon frühzeitig Werbung auf unserer Internetseite und unseren Veranstaltungen.

Anfang Oktober waren es dann neun Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren, sowie acht Erwachsene. Wir haben den Kurs in eine Jugendgruppe und in eine Erwachsenengruppe aufgeteilt.

Am 22. Oktober trafen wir uns alle zum ersten Mal. Die ersten Stunden wurden zur allgemeinen persönlichen Vorstellung genutzt. Weiterhin wurde das Modell einmal vorgestellt und die einzelnen Bauabschnitte erläutert. Nach den Herbstferien sollte es dann endlich losgehen.

Aufgeteilt in zwei Gruppen haben die Jugendlichen dienstags, und die Erwachsenen mittwochs gebastelt.

Das Material für den Bau des Rumpfes wurde zwischenzeitlich besorgt und die Schnittkanten von uns im Vorfeld auf das Polystyrol aufgezeichnet. Zwei Seitenwände, eine für den Bug und eine für das Heck.

Am Nachmittag des 5. Novembers 2013 ging es dann endlich zur Sache. Die Kinder waren schon ganz unruhig und wollten endlich zur Säge greifen. Nach einer kurzen Arbeitsanweisung griffen die Kinder dann zur Säge und legten los. Für den Einen oder Anderen waren diese Handgriffe noch ein wenig ungewohnt, doch schon nach kurzer Zeit waren sie mit der Säge vertraut und haben ganz konzentriert und sorgfältig die Bauteile ausgesägt.

Nach drei Stunden intensiver Sägearbeiten waren die Bauteile, die für den Rumpf benötigt werden, schon fast alle ausgesägt und die ersten Kanten konnten mit einer Feile oder einem Stück Schleifpapier geglättet werden.

Es war für den einen oder anderen jungen Schiffsbauer bestimmt anstrengend, doch es hat uns allen einen riesen Spaß gemacht.

Die nächsten Bastelabende wurde mit sägen, schleifen und kleben verbracht. Die vier Rumpfteile wurden miteinander verklebt und innen mit Holzleisten verstärkt. Zu guter Letzt wurde die Bodenplatte angepasst und mit den Rumpfseitenwänden verbunden.


Damit alle die gleichen Voraussetzungen haben, wurden einheitliche Motoren, Wellenanlagen, Schiffsschrauben, Kupplungen und Ruderservos von uns eingekauft.
Weiter ging es mit dem Aussägen der Bauteile für die Wellenaufnahme und der Ruderhake. Diese besteht aus sechs Bauteilen, die später zusammen geklebt wurden. In dieser verläuft die Antriebswelle und an der Ruderhake wird das Ruder fixiert.

Seit nunmehr 15 Stunden wurde immer nur gesägt, geschliffen und geklebt. Die Arbeitsschritte wiederholen sich und es wird langsam etwas eintönig.
Mit dem Einbau der Antriebseinheit wurde jedoch ein neuer Motivationsschub ausgelöst. Endlich ist ein Ergebnis zu erkennen. Der Rumpf ist soweit fertig und das Deck konnte aufgeklebt werden.

Es standen verschiedene Aufbauten als Vorlage zur Auswahl. Somit konnte jeder selbst entscheiden, welchen Aufbau er für seinen Rumpf nachbauen wollte. Natürlich konnten auch jeder seinen Aufbau frei gestallten. So entstanden zum Teil völlig verschiedene Modelle. Wieder musste gesägt, geschliffen und geklebt werden. Doch die Bauabschnitte machten den kleinen Modellbauern Mut, denn mit jedem neuen Bauteil wuchs das Modell sichtlich in die Höhe.


Im Frühjahr war der Rohbau soweit abgeschlossen und die ersten Modelle konnten farblich gestaltet werden. Ein paar Details wurden noch ergänzt und die Elektronik vervollständigt. Nach ca. sechs monatiger Bauzeit konnten Modelle zusammen mit den Modellen der Erwachsenen eines schönen Sonntags ganz feierlich getauft werden. Anschließend erfolgte die erste Fahrt im heimischen Gewässer. Nach ein paar vorsichtigen Runden zur Eingewöhnung jagten die Modelle dem Wasserball hinterher. Es hat allen sichtlich Spaß gemacht.