Ballonfahren ist immer wieder ein Erlebnis

NRZ, 21. September 2015
Ballonfahren in Moers ist immer wieder ein Erlebnis
Von Reiner Becker

Beim 15. Ballonfestival gab es am Samstag Westwind, deswegen konnten die Ballone nicht vom Freizeitpark aus starten.

Schöne Szene am Rande: „Papa, Papa, hast du das gesehen? Ich will auch mal mitfliegen“, bettelte ein kleiner Junge, der aufgeregt an der Hand seines Vaters zappelte. Der Grund seiner Begeisterung war 41 m lang, mit 3600 cbm heißer Luft gefüllt und hatte gerade von der Wiese im Freizeitpark abgehoben. Zum ersten Mal war beim Ballonfestival in Moers auch ein Luftschiff dabei, das, wie die Ballone, durch Heißluft Auftrieb erhält.

Da mit einem Propeller ausgestattet, ist es, anders als ein Ballon, aber nicht vom Wind abhängig, sondern kann selbständig steuern. Wobei Ballonfahrer wie Luftschiffer Wert darauf legen zu „fahren“ anstatt zu „fliegen“. Doch woher sollte der Knirps das wissen?

15 Jahre

„15 Jahre Ballonfestival in Moers. Das gilt es zu feiern. Wir haben dies aber auch zum Anlass genommen, dem Fest ein neues Gesicht zu geben‚ ereignis- und erlebnisreicher‘ heißt diesmal die Devise“, erklärt Veranstalter Mike Franz. Das vom Niederländer Wim van den Bogaard gesteuerte und von der Warsteiner Brauerei gesponserte Luftschiff sei ein Teil davon. „Es war ein tolles Erlebnis“, bestätigte Bürgermeister Christoph Fleischhauer, der mit Gattin den Jungfernflug genießen durfte, aber auch froh war, nach dem halbstündigen Flug bzw. der Fahrt über Moers wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Der leichte Westwind war schuld daran, dass am Samstag nicht auch die Heißluftballone, die dem Festival seinen Namen geben, im Freizeitpark abheben konnten. Die insgesamt 13 Ballonteams, von denen das weiteste aus Torgau an der Elbe kam, mussten in Sevelen starten: „Eigentlich passt heute alles, nur die Windrichtung nicht“, bedauerte Helge Ringel, der für den Flugbetrieb verantwortlich war. Die Fahrt der Ballone war kurz, sie endete bereits in Vluyn.

Schon am Nachmittag gut besucht, hatte sich der Park am Abend mit Tausenden Zuschauern gefüllt. Mit Spannung warteten insbesondere die Kinder auf das Highlight des Festes – das „Ballonglühen“. Pünktlich um 21 Uhr waren denn auch immerhin vier Ballons, darunter der „Luftikus“ der NRZ und der von Hauptsponsor Enni, im Freizeitpark zum Glühen bereit. Ein fünfter fiel leider aus, da dem Piloten schlecht geworden war.

Von drei weiteren waren jedenfalls die Körbe samt Brenner da. Zusätzliche Erleuchtung brachten sowohl einige kleinere Ballons, als auch bunt illuminierte Stelzenläufer, die gemeinsam mit den Ballonen und einer dynamischen Musik für eine eindrucksvolle Show sorgten. Akustisch untermalt von Madcons „Don’t Worry“ als Zugabe war das mit vielen Ahs und Ohs begleitete Spektakel leider schon nach knapp 45 Minuten vorbei.

Nächstes Jahr

Unter dem Motto „High Fly Party“ ging es dann am Sonntag weiter, natürlich mit den Ballonen, aber auch mit „Kidsparty“ und vielen weiteren Attraktionen für Groß und Klein. Entgegen den Prognosen ließ überwiegend trockenes Wetter die Fans der „sanften Riesen“ an beiden Tagen zahlreich auf das Veranstaltungsgelände strömen. Im nächsten Jahr, darin waren sich sowohl Veranstalter, als auch Ballonteams und die meisten Besucher einig, sieht man sich auf jeden Fall, beim dann 16. Ballonfest, wieder.