Der Schlepper und der Supertrawler

Westdeutsche Zeitung, 11. August 2014
Der Schlepper und der Supertrawler auf dem Elfrather See
Von Katja Uhlig

Krefeld. Der Supertrawler Atlantic zieht seine Runden auf dem Elfrather See, und zur Demonstration soll gleich der Schlepper Happy Hunter das stattliche Modell hinter sich herziehen.

Schaufahren auf dem Elfrather See zieht auch an diesem Tag wieder viele Schaulustige und interessierte Besucher an. „Jetzt einmal alle Schiffe mit dem Maßstab 1:50 auf den See bitte“, fordert Moderator Heidulf Schulze. Er ist Eigner des Supertrawlers, der die Zuschauer staunen lässt.

Der Modellbauclub Krefeld (MBC) veranstaltet zweimal im Jahr ein solches Schaufahren auf dem See. Schriftführer Lukas Mussial freut sich, dass auch viele Jugendliche inzwischen Spaß an den Schiffsnachbauten haben: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn wir auf dem Elfrather See fahren können. Dazu müssen wir immer eine Genehmigung der Stadt einholen und uns mit den Ruderern absprechen, die den gleichen Steg wie wir benutzen.“

Während er redet, folgt der 21-jährige Student mit einem Auge der Schleppdemonstration auf dem Wasser. „Wir hoffen, dass das Wetter heute mitspielt. Unser Schaufahren im Mai mussten wir wegen schlechten Wetters absagen.“

Mussial ist seit knapp zwei Jahren im Krefelder Verein aktiv und gehört zur jungen Modellbaugeneration: „Wir haben zurzeit rund 90 Mitglieder im Alter von elf bis 86 Jahren. Wir feiern in diesem Jahr 40-jähriges Vereinsbestehen. Einige Gründungsmitglieder sind auch heute noch aktiv.“

Am MBC-Infostand wartet Clubmitglied Karl-Heinz Petzke mit mehreren Modellen, die heute zu Wasser gelassen werden sollen: „Wir geben allen, gerne auch Kindern, die Möglichkeit, ein Gefühl für das Steuern zu bekommen. Es ist nicht so einfach, mit einer Fernsteuerung ein Boot zu lenken.“

Viele Modellbauer, nicht nur aus Krefeld, sondern auch aus Venlo, Neuss oder Mönchengladbach, sind zum See gekommen. Stolz präsentieren sie ihre Modelle – Feuerlöschboote und Kriegsschiffe etwa. „Hier sind heute richtige Schätze zu bewundern“, sagt Lukas Mussial. „Die Schiffe sind Originalnachbauten. Einige Modellbauer wenden sich an Werften, um an Schiffsbaupläne zu kommen.“
180 Euro müsse man mindestens für ein Modell ausgeben. „Nach oben sind die Preise offen. Manche Modellbauer geben mehrere tausend Euro für ein Wunschmodell aus und lassen es aus Angst vor Beschädigung nie zu Wasser“, so Mussial.

Auf dem Elfrather See aber wird gefahren – wenn das Wetter mitspielt, auch für mehrere Stunden. „Regen kann den Modellen nichts anhaben, aber wenn es zu windig wird, dann treiben manche Boote gerne mal ab“, weiß Mussial. Zwar reiche eine Gigahertz-Fernbedienung bis zu fünf Kilometer weit – aber kein Modellbauer wolle erleben, dass sein Schiff außer Sichtweite gerät.