Lichter-Regatta der Modellschiffe

Rheinische Post, 30. September 2013
Lichter-Regatta der Modellschiffe
Von Linda Wickering

Neonfarbende Knicklichter säumen den Weg zum Schwimmbecken des Hülser Freibads. Bratwurstduft liegt in der Luft, Kinder deuten aufgeregt aufs Wasser. Dort schippern viele Schiffe, jedes ein kleines Meisterstück. Die Krefelder Modellbauer haben sie mit bunten Lichtern geschmückt, jedes Boot wirft sein Lichtschimmer auf die Wellen. Es sieht sehr festlich aus. „Die Beleuchtungsfahrt am Samstag zusammen mit dem Schaufahren am Sonntag bilden die letzte Veranstaltung und gleichzeitig das Highlight des Jahres“, erzählt Torsten Hühn, der für den Modellbauclub Krefeld die Öffentlichkeitsarbeit macht.

Der Verein feiert nächstes Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Am Wochenende haben die Modellbauer am Hülser Freibad ein Fest auf die Beine gestellt, zu dem 400 Gäste kamen. Auch befreundete Modellbauer aus Vereinen in Mönchengladbach, Duisburg und Venlo kamen vorbei.

Auf dem Wasser gab es einiges zu bestaunen: Von Seenotrettungskreuzern und Feuerlöschbooten über Fischkutter, Schlepper und Kriegsschiffe. Auf dem Hindernisparcours auf dem Wasser zeigte sich, wer besonders gut mit der Fernsteuerung umgehen kann. Ein Boot fiel besonders auf: ein Hafenschlepper, der „frisiert“ wurde und so Geschwindigkeiten bis 20 km/h erreichte. Karl Heinz Gerhards ist der Besitzer. Er erzählt, dass sein 1,25 Meter langes Boot theoretisch sogar ein mit fünf Leuten beladenes Schlauchboot ziehen könnte. Für die Verpflegung sorgten die Mitglieder des MBC Krefelds erstmals selber.

Die Jugend für den Modellbau zu begeistern, ist Anliegen des Vereins. Am 22. Oktober startet das neue Jugendprojekt: Zusammen mit Europameister Heinz Hermann Kraft, der schon große Schiffe nach Werftplänen gebaut hat, basteln die Kinder jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr an einem Modell-Schubschiff. Die Boote werden nicht aus Modellbaukästen zusammengesetzt, vielmehr steht das handwerkliche Geschick im Vordergrund. Deshalb werden Polystyrolplatten (ein besonders wasserresistenter Kunststoff) die einzelnen Teile – Rumpf, Deck, Aufbauten, Kamine – aufgezeichnet, ausgesägt und zusammengesetzt. Wenn alles dicht ist, kann das Schiffgeschliffen, grundiert und angemalt werden. Damit es auf dem Wasser gelenkt werden kann, müssen Elektromotoren, das Ruderservo, der Fahrtakku, der Empfänger und der Fahrtregler, mit dem man die Drehzahl der Motoren steuert, installiert werden. Und anschließend geht´s an die Feinheiten, die „Beschlagteile“ wie Bullaugen, Türen, die Reling, Poller und Lüfter.
Das Ergebnis dieser aufwendigen Arbeit kann dann im Hülser Freibad beim Schaufahren 2014 bestaunt werden.